KV01 - Die Saat der Hoffnung legen – Bindung und Partizipation in der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie und Psychiatrie
Montag, 26. Mai bis Freitag, 30. Mai 2025, jeweils 09.00 - 10.30 Uhr
Teilnehmerzahl: 18
Preis: 240,00 Euro
Inhalt:
• Interaktionistische Entwicklungstheorien
• Mentalisierung fördernde Grundhaltung und Kommunikation
• Analyse von Mimik und Stimme des Kindes
• Ätiologische Modelle der Entwicklungspsychopathologie
• Rekonsolidierung belastender Erinnerungen mit Hilfe imaginativer Techniken
• Überarbeitung der Repräsentationen von Bindung
Aufbau/ Methodik:
Die therapeutische Herangehensweise wird anhand von Fallbeispielen, Rollenspielen, Video-Demonstrationen und Übungen praxisnah dargestellt und vermittelt.
Ziele:
• Schneller Rapport und rascher Zugang zu Emotionen der Kinder und Jugendlichen
• Sicherer Umgang mit Affekten und Emotionen
• Die eigene Haltung zu Kindern und Jugendlichen überdenken
• Höhere Kompetenz durch Emotionsregulation im Krisenfall
• Elternarbeit professionalisieren
• Inspiration zur Bearbeitung elterlicher Übertragungen auf das eigene Kind
• Die Macht der Sprache erfassen und nutzen
Skeptische Kinder und zurückgezogene Jugendliche spiegeln die Krisen der vergangenen Jahre wider. Bemühungen um eine angemessene Beziehungsgestaltung können sie vor dem Hintergrund der Folgen von Vereinsamung, Vernachlässigung, Gewalt, Mobbing oder Suizidalität oft nicht mehr annehmen oder erwidern. Sie fühlen sich unverstanden und haben häufig kaum Motivation ihr Erleben und Verhalten zu reflektieren. Einige zeigen wenig Respekt einander gegenüber sowie gegenüber den für sie zuständigen Fachkräften. Dabei wäre es für uns als soziale Wesen so zentral mit ihnen auf Augenhöhe über ihre Gefühle und Bedürfnisse zu sprechen.
Da wir heute wissen, dass Psychotherapie ohne Einbeziehung des Körpers nicht funktionieren kann, erhalten Sie in diesem Workshop Impulse für bindungsorientierte und Mentalisierung fördernde Interventionen, die den Körper als Bühne therapeutischer Erfahrungen einbezieht. Sie lernen die in der Mimik und der Stimme erkennbaren Affekte des Kindes und der Eltern in deren subjektiv-gefühlsmäßigem Erleben ebenso zu benennen wie deren Auslöser, so dass „mentalisierte Affektivität“ im Sinne Fonagys gefördert wird. Zentral geht es um unbeantwortete Bindungserwartungen und unerfüllte Grundbedürfnisse des Kindes, sowie um Möglichkeiten ihrer Befriedigung auf imaginativer und realer Ebene. Es findet somit eine motivationale Zielfestlegung durch das Kind statt. Das Kind kann sich verstanden fühlen, Vertrauen entwickeln und sich in der therapeutischen Zusammenarbeit öffnen. Diesen Prozess mitzuerleben berührt emotional häufig auch die anwesenden Eltern.
Partizipative Kinder- und Jugendpsychotherapie – ein längst überfälliges Denken und Handeln – wird in dem dargestellten Ansatz praktiziert. Gezeigt und geübt werden Strategien und Interventionen zur Bearbeitung elterlicher Übertragung und Projektionen auf das eigene Kind. Das emotionsfokussierte Vorgehen hat sich bewährt, u.a. zur Emotionsregulation, Deeskalation in Konflikten und Vermeidung von Machtkämpfen.
Veranstalter ist die Ärztekammer Niedersachsen
Anmeldung und weitere Informationen unter: https://www.aekn.de/aerzte/fortbildung/langeooger-fortbildungswochen
Tagungsort: |
Langeoog, Haus der Insel
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Referenten: |
M. Bachg |
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